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Partien von der dt. Einzelmeisterschaft in Altenkirchen

Spieler am Brett

Leider habe ich in der ersten Runde am 30.11.01 gegen den Titelverteidiger IM Rabiega (2499 Elo) vom SK König Tegel verloren, da ich mich in einer vorbereiteten Variante meines Gegners nicht so gut auskannte!

Bischoff,D (2313) - Rabiega,R (2503) [D39] DEM Altenkirchen (1), 30.11.2001

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Sf3 Sf6 5.Lg5 dxc4 6.Da4+ Sc6 7.e3 Dd5 8.Lxf6 gxf6 9.Dxb4 Sxb4 10.Sxd5 exd5 11.Kd2 Lf5 12.Se1 a5 13.f3 0-0-0 14.Le2 c5 15.dxc5 Sa6 16.Sc2 Lxc2 17.Kxc2 The8 18.Kd2 Sxc5 19.The1 b5 20.Lf1 Kc7 21.Tad1 Te5 22.Kc2 Tde8 23.Td4 Txe3 24.Txe3 Txe3 25.Txd5 Kc6 26.Kd2 Kxd5 27.Kxe3 Sa4 28.b3 Sc3 29.bxc4+ bxc4 0-1

In der zweiten Runde gegen IM Florian Handke vom SV Wattenscheid mit 2407 Elo-Punkten, war ich in der Eröffnung gut eingestellt und erreichte im Mittelspiel Ausgleich. Danach kam mein Gegener in Zeitnot, spielte aber trotzdem souverän und professionell. Mir fehlte ein guter Plan, und leider verlor ich durch einen schweren Fehler die Partie.

Handke,F (2407) - Bischoff,D (2313) [B67] DEM Altenkirchen (2), 01.12.2001

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 e6 7.Dd2 a6 8.0-0-0 Ld7 9.f4 h6 10.Lh4 g5 11.fxg5 Sg4 12.Le2 Sge5 13.Sf3 Le7 14.Lg3 hxg5 15.Kb1 Sxf3 16.gxf3 Se5 17.De3 Dc7 18.Td4 0-0-0 19.Thd1 Kb8 20.Tb4 Ka8 21.Sa4 Lxa4 22.Txa4 Sd7 23.Tc4 Db6 24.Dxb6 Sxb6 25.Tcd4 e5 26.T4d2 Tc8 27.c3 Sd7 28.Kc2 Sc5 29.b3 b5 30.Kb2 Kb7 31.Tc2 Se6 32.b4 Tc7 33.a4 bxa4 34.Ta1 Tc6 35.Txa4 Thc8 36.Tc1 Ld8 37.Tca1 a5 38.Le1 Sf4 39.Lf1 Se6 40.bxa5 Ka8 41.Tb4 Sc5 42.Lc4 T6c7 43.a6 Ka7 44.Lf2 Tb8 45.Ld5 Tb6 46.Kc2 Txa6 47.Tab1 Ta2+ 48.Lxa2 1-0

In der dritten Runde spielte ich gegen den FM Karsten Schulz vom VBSF Cottbus ( 2268 Elo ), dem Dähne-Pokalmeister. Nachdem eine sehr ausgeglichenen Stellung erreicht wurde, waren beide Spieler mit einem Remis zufrieden, um nicht mit leeren Händen dazustehen.

Schulz,K (2268) - Bischoff,D (2313) [E60] DEM Altenkirchen Altenkirchen (3), 02.12.2001

1.Sf3 Sf6 2.g3 g6 3.b3 Lg7 4.Lb2 0-0 5.Lg2 d6 6.d4 Sbd7 7.0-0 e5 8.dxe5 Sg4 9.c4 dxe5 10.Dd2 Te8 11.h3 Sh6 12.Td1 f6 13.Sc3 c6 14.Se4 Sf7 15.h4 De7 16.a4 Sc5 17.Sxc5 Dxc5 18.a5 De7 19.a6 b6 20.Dc3 Dc7 21.Se1 Le6 1/2-1/2

In der vierten Runde spielte ich gegen den Lokalmatador Andreas Brühl aus Altenkirchen ( 2277 Elo) mit Weiss, konnte aber nach der Eröffnung keinen Vorteil erlangen. Mein Gegner spielte sehr gut, deswegen musste ich mich nach 60 Zügen geschlagen geben.

Bischoff,D (2313) - Brühl,A (2277) [D11] DEM Altenkirchen Altenkirchen (4), 03.12.2001

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Dc2 g6 5.Lf4 Lf5 6.Db3 Db6 7.e3 Sbd7 8.h3 Lg7 9.c5 Dxb3 10.axb3 Lxb1 11.Txb1 Se4 12.Le2 0-0 13.b4 a6 14.0-0 Tfe8 15.Ta1 e5 16.dxe5 Sxe5 17.Sxe5 Lxe5 18.Lxe5 Txe5 19.Tfd1 Tae8 20.Td4 f5 21.Ld1 T5e7 22.Lc2 Sg5 23.Td2 Se6 24.g3 Kg7 25.Kg2 Kf6 26.h4 Td8 27.Lb3 Ted7 28.Kf3 h6 29.Ke2 Th8 30.Tdd1 Ke5 31.Th1 Sc7 32.Thd1 Thd8 33.Td2 Se8 34.Tad1 Sf6 35.f3 Th8 36.Th1 Ke6 37.Kf2 Te8 38.Te1 Kf7 39.Td4 Tde7 40.Lc2 Kg7 41.Tdd1 Te5 42.Td4 g5 43.Ld3 g4 44.f4 Se4+ 45.Lxe4 Txe4 46.Te2 Kf6 47.b3 T8e6 48.Te1 Ke7 49.Te2 Kd7 50.Te1 Kc7 51.Te2 b6 52.Te1 Kb7 53.Te2 bxc5 54.bxc5 Txd4 55.exd4 Txe2+ 56.Kxe2 a5 57.Kd2 Ka6 58.Kc3 Kb5 59.h5 a4 60.Kb2 Kb4 61.bxa4 Kxa4 62.Kc3 Ka3 0-1

Aber auch der Titelverteidiger R. Rabiega musste eine Niederlage hinnehmen; im Kampf "David gegen Goliath" durfte er an den erst dreizehnjährigen Arik Braun einen Punkt abgeben:

Braun,A (2580) - Rabiega,R (2229) [D31] DEM Altenkirchen Altenkirchen (4), 03.12.2001 [Arik Braun, Michael Bezold]

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 Sf6 5.a3 Lxc3+ 6.bxc3 0-0 7.cxd5 exd5 8.Ld3 Lg4 9.Se2 Dc8 10.0-0 [10.Dc2 c5³] 10...c5 11.f3 Lf5 12.Sg3 Lg6 Zu sehr scharfen Varianten wuerde e4 fuehren. Weiss wuerde dabei voll auf Angriff setzen. Daher: [12...Lxd3 13.Dxd3 Sc6 14.e4²] 13.Lb2 Sc6 14.Dd2 Sa5 15.Tae1 cxd4 16.cxd4 Sc4 17.Lxc4™ Dxc4 18.Tc1 [18.e4 dxe4 19.fxe4 Tfe8 20.Txf6 gxf6 21.Df2‚] 18...Da6 19.Tc7 Tad8 [19...Se8 20.Tc5 Ld3 21.Tfc1 Lc4 22.e4 b6 23.Tc6 Db7 24.Sf5 g6 25.T1xc4 dxc4 26.d5±] 20.Db4 Se8! 21.Tc5 [21.Txb7 Sd6 22.Tc7 Tb8 23.Dc3 Sb5-+] 21...De6 22.Dxb7 [¹22.Te1] 22...Dxe3+ 23.Kh1 Sd6! 24.Db4 [24.Dxd5 Se4 25.Da2 Sf2+ 26.Kg1 Sh3+ 27.Kh1 Dg1+ 28.Txg1 Sf2#] 24...Sc4 25.Te1 Df4 26.Se2? Dh4 27.Lc3 Tfe8 28.Db7 Df2 [28...Ld3 29.Sg3 Txe1+ 30.Lxe1 Dxd4 31.Dd7=] 29.Sg1!! h6 [29...Txe1 30.Lxe1 Dxd4 31.Dd7³] 30.Dc7 [30.Txd5 Se3 31.Te2 Dxe2 32.Sxe2 Sxd5-+] 30...Kh7 Schwarz steht hier vermutlich besser. Haupttrumpf ist dabei sein sicherer Koenig auf h7. Er hat weiterhin die etwas aktiveren Figuren. 31.Dg3™ [31.Txd5 Txd5 32.Txe8 Tg5-+] 31...Da2 32.Txe8 Txe8 33.Txd5 Dxa3“ Ab hier waren wir beide in Zeitnot. 34.Le1“ Da1 35.Lf2 Sb2 36.h4! h5? Ein schwerer Fehler, der zu sehr die schwarzen Felder schwaecht. 37.f4! Db1 38.Kh2 De4 39.Tg5! Tg8?? Die einzige Chance bestand in f6, wonach Sf3 gefolgt waere. 40.f5 1-0

Doch nach jedem Tief geht es auch wieder aufwärts, und so gewann ich die 5. Runde gegen FM Ulf von Herman (2364 Elo) vom SK König Tegel:

von Hermann,U (2395) - Bischoff,D (2313) [A57] DEM Altenkirchen Altenkirchen (5), 04.12.2001

1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.f3 bxc4 5.e4 d6 6.Lxc4 g6 7.Se2 Lg7 8.0-0 0-0 9.Sec3 Sbd7 10.a4 Sb6 11.Le2 a5 12.Sb5 La6 13.S1c3 Sfd7 14.f4 Lxb5 15.Lxb5 Tb8 16.Le3 Dc7 17.Kh1 Sc8 18.De2 Sa7 19.Tad1 Db7 20.e5 dxe5 21.fxe5 Sxb5 22.Sxb5 Lxe5 23.Lh6 Tfe8 24.Df2 f6 25.De2 Sb6 26.b3 Tbd8 27.De4 Dd7 28.Dh4 Sc8 29.Df2 Sd6 30.Dxc5 Sxb5 31.axb5 Ld6 32.Dc6 Dg4 33.Le3 Tc8 34.Db6 Tc2 35.Lf2 Tec8 36.Dd4 Dh5 37.Lg1 Dg5 38.De4 f5 39.De6+ Kg7 40.Ld4+ Kf8 41.Lf2 Dh5 42.g3 T8c3 43.De1 Df3+ 0-1

Die 6. Runde gegen Dr. R. Dunsbach (Elo 2312) gab Zeit zum erholen, denn nach einem heftigen Schlagabtausch kam schnell ein Remis zustande:

Bischoff,D (2313) - Dunsbach, Dr.,R (2312) [D97] DEM Altenkirchen Altenkirchen (6), 05.12.2001

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Sf3 Lg7 5.Db3 dxc4 6.Dxc4 0-0 7.e4 Sa6 8.Le2 c5 9.d5 e6 10.0-0 exd5 11.exd5 Lf5 12.Td1 Te8 13.Lf4 Se4 14.Ld3 Lxc3 15.bxc3 b5 16.Dxb5 Sxc3 17.Dxa6 Lxd3 18.Dxd3 Se2+ 19.Kf1 Sxf4 20.Dc4 1/2-1/2

In der 7. Runde spielte ich gegen den Landesmeister von Thüringen Thomas Hänsel ( 2259 Elo) remis:

Hänsel,T (2259) - Bischoff,D (2313) [B01] DEM Altenkirchen Altenkirchen (7), 06.12.2001

1.e4 d5 2.exd5 Sf6 3.d4 Sxd5 4.c4 Sb4 5.a3 S4c6 6.Le3 e5 7.d5 Se7 8.Sc3 Sf5 9.Sf3 Sxe3 10.fxe3 Sd7 11.b4 b6 12.Le2 Le7 13.0-0 0-0 14.e4 a5 15.Db3 Ld6 1/2-1/2

Die 8. Runde konnte man "Jung gegen Alt" titulieren, denn der 13-jährige David Baramidze vom SF Brackel ( 2338 Elo ) war mein Gegner. Ich musste zum weiten Mal gegen Grünfeld-Indische Verteidigung spielen. Nach einem ungenauen Zug in der Eröffnung hatte David Baramidze die besseren Chancen, und ich musste mich nach der ersten Zeitkontrolle dem Nachwuchs geschlagen geben.

Bischoff,D (2313) - Baramidze,D (2335) [D85] DEM Altenkirchen Altenkirchen (8), 07.12.2001

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Sf3 Lg7 5.cxd5 Sxd5 6.e4 Sxc3 7.bxc3 0-0 8.Le2 c5 9.Tb1 b6 10.0-0 Lb7 11.Dd3 Dd7 12.d5 c4 13.Dc2 Tc8 14.Lf4 e6 15.d6 Dc6 16.e5 Sd7 17.Tbd1 De4 18.Dxe4 Lxe4 19.Tfe1 Ld5 20.Lf1 Lxf3 21.gxf3 Tc5 22.Te4 Lxe5 23.Lxe5 Sxe5 24.f4 Sf3+ 25.Kg2 Sh4+ 26.Kh3 Sf5 27.Txc4 Txc4 28.Lxc4 Td8 29.d7 Kf8 30.Kg2 Ke7 31.Lb5 Sd6 32.Lc6 Sc4 33.Td4 Sa5 34.Lb5 Sb7 35.Ta4 a5 36.Td4 Sc5 37.Tc4 Tb8 38.Td4 Td8 39.Tc4 h6 40.h4 Tb8 41.Td4 Sb7 42.La6 Kd8 43.Kg3 Sc5 44.Lb5 Tb7 45.h5 gxh5 46.f5 exf5 47.Kf4 Se6+ 0-1

In der letzten Runde spielte ich gegen FM Harald Keilhack ( 2318 Elo) vom SVG Feuerbach, der auch das Buch "Die Tarrasch-Verteidigung" (1994) und "1...Sc6! aus allen Lagen" (1995) geschrieben hat, nach 13 Zügen remis. Damit habe ich mit 3 Punkten aus neun Runden das Turnier hier in Altenkirchen zufrieden beendet.

Bischoff,D (2313) - Keilhack,H (2318) [D34] DEM Altenkirchen (9), 08.12.2001

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5 4.cxd5 exd5 5.Sf3 Sc6 6.g3 Sf6 7.Lg2 Le7 8.0-0 0-0 9.dxc5 Lxc5 10.Lg5 d4 11.Lxf6 Dxf6 12.Sd5 Dd8 13.Sd2 Te8 14.Tc1 1/2-1/2

"Schach ist Kampf,
hauptsächlich jedoch gegen die eigenen Fehler."
(Tartakower)

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Blindenschach-WM in Istanbul

Der neue Weltmeister der blinden und sehbehinderten Schachspieler heisst Mouret Jounousov und kommt aus Kasachstan. Er holte sich seinen Titel - den er schon von 1994 - 1998 inne hatte - vom Russen Sergej Smirnov zurück, der diesmal bei der Titelvergabe keine Rolle spielte. Das Finale verlief spannend bis zum letzten Zug - ja eigentlich sogar darüber hinaus. Nach Beendigung der Partien der 9. und letzten Runde ergab zunächst die manuelle Berechnung der Buchholzzahlen ein anderes Ergebnis als die Computerberechnung. Mittlerweile sind jedoch alle Unklarheiten beseitigt. Jounousov siegte letztendlich mit 7,0 Punkten aus 9 runden mit dem hauchdünnen Vorsprung von einem halben Wertungspunkt vor Exweltmeister Sergej Krylov (Russland. Einen weiteren halben Wertungspunkt dahinter landete der Neuling im Feld der Bulgare Rasim Nizam. Er war nahe daran sich den Titel zu holen, jedoch wiederholte er in Zeitnot in gewonnener Stellung aus Versehen dreimal die Stellung - also Remis. Für Kai Bjerring aus Dänemark blieb mit ebenfalls 7,0 Punkten nur der undankbare 4. Platz.

Für den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenschachbund (DBSB) waren fünf Spieler am Start. Für eine positive Überraschung sorgte unser Jürgen Pohlers aus Leipzig, der mit 6,5 Punkten Platz 8 belegte und damit für die beste Platzierung eines deutschen Spielers seit 1986 sorgte. Jürgen krönte seine gute Leistung in der letzten Runde durch einen Sieg mit Schwarz gegen den amtierenden Weltmeister Sergej Smirnov. Aber auch der Berichterstatter hat Grund sich über seinen 22. Platz mit 5,5 Punkten zu freuen. Nach einem eher stockenden Start konnte ich in den letzten Runden noch in die vorderen Regionen vorstoßen. Bei Peter Kuhlmann aus München, der wie ich zum ersten Mal an einer WM teilnahm verlief das Turnier unter umgekehrten Vorzeichen. In der ersten Turnierhälfte sorgte er - wie berichtet - für einige positive Überraschungen, musste dann aber doch wieder etwas kleinere Brötchen backen. Mit den erreichten 5,0 Punkten und Rang 31 darf er aber dennoch zufrieden sein. Bei Gert Schulz und Manfred Müller - die ebenfalls zum ersten Mal an einer WM teilnahmen wechselten Licht und Schatten. Am Ende reichte es für Gert mit 5,0 Punkten immerhin noch für Platz 37 und Manfred belegte mit 4,5 Punkten Platz 48.

Insgesamt waren 89 Spieler aus 34 Nationen am Start. Dies bedeutet Rekord sowohl was die Anzahl der Spieler als auch was die Anzahl der Länder anlangt. Die WM wurde in einem Sportzentrum im asiatischen Teil von Istanbul ausgetragen. Der Spielsaal war in einer Basketballhalle untergebracht und ließ keine Wünsche offen. In jeder Runde wurden die vier Spitzenpaarungen Live ins Internet übertragen. Leider gab es aber doch Zeitverzögerungen bis die Ergebnisse und Tabellen im Netz verfügbar waren.( Quelle: Infomail-Schach Nr. 233 von Toni Lindenmair)

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74. Deutsche Schach-Einzelmeisterschaft 2002 in Saarbrücken vom 21.11. - 30.11. 2002, Ausrichter: Saarländischer Schachverband 1921 e.V.

Herbert Lang aus Leimen berichtet: Die Teilnehmerliste zur 74. Deutschen Einzelmeisterschaft liest sich mit Freuden. Mit Lutz, Graf, Dautov, Jussupow und Hübner sind gleich fünf 2600ter am Start.

Saarbrücken - 22.11. - 30.11.2002
Organisation: Herbert Bastian.
Spielort: Eingangshalle des Messegeländes Saarbrücken;
Zeitplan: 22.11. - 29.11. 14:00 - 21:00 Uhr Runden 1 - 8; 30.11. 11:00 -
18:00 Runde 9.

Endtabelle:

Rang TNr Teilnehmer Titel TWZ Verein/Ort G S R V Punkte GegWrt Buchh
1. 8. Luther,Thomas GM 2538 Erfurter Schachklub 9 6 2 1 7.0 2452 46.5
2. 2. Graf,Alexander GM 2635 SG Porz e.V. 9 6 1 2 6.5 2500 49.5
3. 12. Handke,Florian IM 2504 SV Wattenscheid 1930 9 5 3 1 6.5 2464 45.5
4. 5. Naiditsch,Arkadij GM 2586 SF Brackel 1930 e.V. 9 5 2 2 6.0 2529 50.0
5. 19. Gisbrecht,Ewgeni IM 2414 Bremer SG von 1877 9 4 4 1 6.0 2489 46.5
6. 4. Dautov,Rustem GM 2617 SC Baden-Oos 9 4 4 1 6.0 2463 45.5
7. 14. Gutman,Lev GM 2476 TuRa Melle 9 5 2 2 6.0 2451 45.5
8. 6. Bischoff,Klaus GM 2554 SK König Plauen 9 3 5 1 5.5 2454 46.0
9. 13. Kalinitschew,Sergej GM 2485 SC Kreuzberg e.V. 9 4 3 2 5.5 2440 40.0
10. 21. Seger,Rüdiger IM 2406 Godesberger SK 1929 9 4 3 2 5.5 2407 41.5
11. 1. Hübner,Robert,Dr. GM 2640 SC Baden-Oos 9 3 4 2 5.0 2525 48.5
12. 15. Kritz,Leonid IM 2476 SG Bochum 31 9 2 6 1 5.0 2517 44.5
13. 7. Gustafsson,Jan IM 2554 Hamburger SK von 183 9 3 4 2 5.0 2504 47.0
14. 3. Jussupow,Artur GM 2621 SG 1868 Aljech. Soli 9 2 6 1 5.0 2492 46.5
15. 10. Slobodjan,Roman GM 2521 Sfrd.Neukölln 03 e.V 9 3 4 2 5.0 2477 47.0
16. 17. Siebrecht,Sebastian IM 2426 SF Katernberg 1913 e 9 3 4 2 5.0 2474 41.5
17. 23. Breutigam,Martin IM 2398 Bremer SG von 1877 9 4 2 3 5.0 2458 43.5
18. 9. Tischbierek,Raj GM 2523 SC Kreuzberg e.V. 9 3 4 2 5.0 2430 39.5
19. 11. Müller,Karsten GM 2518 Hamburger SK von 183 9 3 4 2 5.0 2387 40.5
20. 20. Holzhäuer,Mathias FM 2407 SK Schmiden/Cannstat 9 4 2 3 5.0 2377 41.5
21. 31. Schulz,Karsten FM 2321 VBSF Cottbus e.V. 9 2 5 2 4.5 2456 44.5
22. 30. Kersten,Uwe FM 2331 SK Baunatal 1963 9 3 3 3 4.5 2408 41.5
23. 33. Becking,Stephan   2315 SC A. St.Ingbert 192 9 3 3 3 4.5 2370 39.0
24. 26. Bastian,Herbert FM 2376 SVg Saarbrücken 1970 9 4 1 4 4.5 2341 31.0
25. 29. Schmidt,Harald   2332 SG Glinde e.V. 9 3 2 4 4.0 2412 42.0
26. 18. Pirrot,Dieter IM 2421 SC A. St.Ingbert 192 9 1 6 2 4.0 2407 42.0
27. 36. Mayer,Frank   2288 SC Turm Illingen 9 2 4 3 4.0 2402 36.5
28. 22. Müller,Matthias IM 2403 Erfurter SK 9 2 4 3 4.0 2381 40.0
29. 35. Schunk,Thomas FM 2294 SC Leipzig-Gohlis 9 2 4 3 4.0 2379 38.0
30. 39. Langrock,Hannes   2265 Hamburger SK von 183 9 2 4 3 4.0 2368 33.0
31. 37. Schunk,Eduard   2274 TSV Bindlach 9 4 0 5 4.0 2362 35.5
32. 27. Singer,Christoph   2341 SC Pfarrkirchen 9 3 2 4 4.0 2350 38.5
33. 16. Zeller,Frank IM 2454 Stuttgarter SF 1879 9 3 1 5 3.5 2376 41.0
34. 41. Tabatt,Hendrik   2222 SC Caissa Schwarzenb 9 3 1 5 3.5 2372 34.0
35. 24. Baramidze,David   2390 SF Brackel 1930 e.V. 9 2 3 4 3.5 2348 38.0
36. 32. Vatter,Hans-Joachim FM 2320 Slavija Karlsruhe 9 1 5 3 3.5 2337 31.5
37. 38. Bischof,Detlef   2268 SC Hansa Dortmund e. 9 2 2 5 3.0 2350 31.5
38. 42. Barmbold,Jens   2190 SG 1927 Ensdorf 9 2 2 5 3.0 2343 35.5
39. 28. Scherer,Max   2339 SGEM Dreisamtal 9 3 0 6 3.0 2325 29.0
40. 40. Bischoff,Dieter   2233 SK 1947 Sandhausen 9 1 3 5 2.5 2330 34.0
41. 25. Stewart,Neil FM 2388 SV Spr.Siershahn 9 1 3 5 2.5 2324 34.0

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Die Siegprämie fest in der Hand...17. Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Blinden- u. Sehbehinderten in Hemsbach vom 03. - 07.11.02

Je 84 Schachspieler kämpften dichtgedrängt an den Brettern, und von 94 Teilnehmern der Meisterschaft waren 93 im Einsatz um die heissbegeehrten Brettpunkte. Darunter auch 9 Damen, die das weibliche Geschlecht tapfer vertraten. Von den 210 gespielten Partien gab es 87 Siege mit Weiss (ca. 41 %), 63 Siege mit Schwarz ( ca. 30%) und 60 Remisen.

Von den 35 Mannschaftskämpfen endeten 9 je 4:2 und 3:3; 6 mit 5: 1, 4 mit 4,5:1,5; 3 mal 5,5: 0,5 und 3,5:2,5; sowie 1 mal ein 6:0 - soweit die statistischen Daten, die von unserem Turnierleiter Herbert Lang ermittelt wurden. Vielen Dank!!!Die strahlende Siegermannschaft!!!

Aber nun zum wichtigsten, dem Endergebnis: Nachdem das Hotel nicht jedermanns Wünschen gerecht wurde, verhielt es sich auch so mit dem Ergebnis des Turniers. Da half kein "Protest" - nach  fünf Runden war der alte Meister wieder der Neue!!! Hierzu ein Zitat: Die Anzahl unserer Neider bestätigen unsere Fähigkeiten (Oscar Wilde, 1854-1900 engl. Schriftsteller)

Endtabelle:

Rang Mannschaft Mannschaftspunkte Brettpunkte Wertung

  1. Heidelberg    8:2       20,5
  2. Leipzig         8:2       18,0
  3. Marburg       7:3        18,0
  4. Hannover      6:4        16,5      56,0 Berliner Wertung
  5. Halle            6:4        16,5      55,5 Berliner Wertung
  6. Berlin           5:5        17,5
  7. München      5:5        16,5
  8. Essen          5:5        14,5      53,0 Berliner Wertung
  9. Köln-Bonn    5:5        14,5      50,0 Berliner Wertung
  10. Frankfurt      4:6         13,0
  11. Nürnberg      4:6         12,0
  12. Augsburg     3:7         12,5
  13. Stuttgart      2:8         11,0
  14. Hamburg      2:8           9,5

Von aussen ganz idyllisch...Spielort: Seehotel Hemsbach, Seeweg 6, 69502 Hemsbach / Bergstraße, Telefon: +49 (0)6201  4710-0, Telefax: +49 (0)6201  44959, E-Mail: info@seehotel-hemsbach.de

DBSB-Schnellschachmeisterschaft

Im Anschluss an die Mannschaftsmeisterschaft fand in Hemsbach die Schnellschachmeisterschaft am 8. und 9. November statt. Eigentlich war man davon ausgegangen, dass wegen der zeitlichen Nähe zur MM eine Rekordbeteiligung zustande kommen würde. Es waren aber dann nur 24 Spieler, die in 9 Runden nach Schweizer System den Schnellschachmeister ermittelten. Die Bedenkzeit betrug diesmal 30 Minuten.

Am Ende setzte sich der Seniorenmeister des DBSB Manfred Müller aus Senftenberg durch. Für Gert Schulz aus Frankfurt reichte es - wieder mal - "nur" zu Platz 2. Der Titelverteidiger Hans Jagdhuber aus München musste sich diesmal mit Rang 3 begnügen.

Endstand:

 1. Müller Manfred      7.5
 2. Schulz Gert            7.0
 3. Jagdhuber Hans     6.5   50.0  412.00
 4. Schellmann Frank   6.5   50.0  405.00
 5. Dobierzin Olaf        5.5   53.5
 6. Schlierf André        5.5   45.0
 7. Rother Wolfgang     5.5   43.0
 8. Staubach Peter        5.0   45.5
 9. Schmidt Wilhelm      5.0   43.0
10. Hoffmann Heiko     5.0   37.5  375.00
11. Kehl Reinhard        5.0   37.5  364.00
12. Fries Elisabeth        5.0   35.0
13. Semmler Josef         4.5   45.0
14. Beckmann Wilhelm  4.5   41.0
15. Fries Werner           4.0   41.0
16. Pelz Brigitte          4.0   27.5
17. Weigelt Joachim        3.5   42.0
18. Gaußmann Manfred   3.5   32.0
19. Pelz Erwin             3.0   36.0
20. Schäfer Hans-Gerd  3.0   32.5
21. Schmidt Dieter         2.5   38.0
22. Raestrup Norbert     2.5   33.5
23. Lindenmair Marianne   2.0   34.0
24. Schabert Andreas       2.0   31.5

DSB-Mannschaftspokal

Am Samstag, den 9. November spielte die DBSB-Auswahl wieder - wie jedes Jahr - in der ersten Hauptrunde des DSB-Vierermannschaftspokals. Während gleichzeitig die DBSB-Schnellschachmeisterschaft lief, hatten wir den hessischen Vertreter Sfr Neuberg zu Gast in Hemsbach.

Dass bei diesem Wettbewerb die Trauben für uns hoch hängen ist nichts neues, aber so hin und wieder konnten wir auch einmal einen Gegner aus dem Wettbewerb kegeln. Auch diesmal waren unsere Gegner an allen Brettern nominell überlegen, die Differenzen waren aber nicht so riesig, dass wir uns nicht eine Außenseiterchance ausrechneten.

Unsere Zuversicht stieg zunächst, als unsere Vorbereitung auf die Gegner aufzugehen schien. Doch schon sehr bald kam einer nach dem anderen vom rechten Pfad ab und so mussten wir letztendlich sogar froh sein, nicht mit 0:4 den Kürzeren zu ziehen.

Ergebnisse im Einzelnen:

DBSB                - Sfr Neuberg              0,5:3,5
Bischoff Dieter    - FM Heck Norbert      0  :1
Lindenmair Anton   - Felczer Kevin        remis
Engl Heinz         - Schaffer Hendrik       0  :1
Pohlers Jürgen   - Overbeck Torsten      0  :1

Quelle: Toni Lindenmair, Infomail-Schach Nr. 222)

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18. Schachfestival in Bad Wörishofen vom 07.03.02 - 15.03.02

Jürgen Wempe zum Schachfestival in Wörishofen:

Das 18. Schachfestival in Bad Woerishofen fand wiederum grossen Zuspruch, 212 Spieler im Open und 129 Spieler im parallelen Seniorenturnier. Der Elofavorit Georgiew wurde vom starken Verfolgerfeld, hier voran die Grossmeister Kengis, Kveinys, Naiditsch, Lewin, Nevednichy und andere, nicht aus den Augen gelassen. Am Ende siegte mit hauchdünnem Vorsprung in der Feinwertung GM Kengis vor GM Georgiev, GM Eingorn und GM Lewin (alle 7,5 Punkte). Das Seniorenturnier war wie gewohnt ebenfalls stark besetzt, nicht wenige als 5 Fidemeister waren unter den Teilnehmern. Den 1. Platz nahm sich jedoch Eckart Wunderer aus Heidelberg, mit einem Remis in der letzten Runde blieb er den Verfolgern einen halben Punkt voraus. Erste Partien können schon auf der Downloadseite geholt werden.( Quelle: Chessorg.de)

Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Essen bei Trautwein, einem gutbürgerlichen Lokal in Wörishöfen. Insgesamt hat es uns wieder gut gefallen, trotz aller Höhen und Tiefen erlebten wir schöne Tage, spannende Partien, und sind alle um Erfahrungen reicher. Dank unserer Pension (www.kurheim-marienhof.de ) für die liebevolle Betreunung, und wir freuen uns alle auf nächstes Jahr!!!

Runde 9

Die neunte und letzte Runde begann gestern bereits um 10:00 Uhr, und voller Zuversicht ging es ans Werk. Mit dem Endergebnis ist der eine oder andere zufrieden, manche hatten mehr erwartet, doch darf man nicht vergessen, dass dieses Open ein Trainingsturnier für den A-Kader war, und neue Eröffnungsvarianten ausprobiert wurden.

29 Seifert Volker   - 84 Pohlers Juergen   1/2
88 Engl Heinz   - 35 Himmel Hansjoerg   0-1
94 Koller Hubert   - 37 Bischoff Dieter   1/2
66 Mueller Manfred   - 141 Wissinger Peter   0-1
118 Schulz Gert   - 67 Einwiller Dieter   1/2
142 Weidig Hans   - 89 Lindenmair Anton   1/2
190 Fries Werner   - 161 Felser Martin   0-1
206 Fries Elisabeth   - 159 Wiesbeck Florian   0-1
210 Gaussmann Manfred   - 214 Dittlow Holger   1/2
75 Schellmann Frank   - 122 Gorecki Zbigniew   0-1

Runde 8

Nicht schlimmer sah die Situation für unsere Spieler in der achten Runde aus, draussen wurde es zwar kühler und Wolken zogen am Himmel auf, doch dafür verzogen sich die Sorgenfalten aus dem Gesicht unseres Trainers, denn unsere Spieler lieferten gute Ergebnisse.

157 Costea Valerius   - 88 Engl Heinz   1/2
37 Bischoff Dieter   - 86 Damm Fabian   1-0
84 Pohlers Juergen   - 45 Maahs Erich   1-0
61 Schiffer Steve   - 118 Schulz Gert   1/2
121 Wallhof Dieter   - 66 Mueller Manfred   1/2
131 Neubauer Ralf Dr.   - 75 Schellmann Frank   0-1
89 Lindenmair Anton   - 176 Heinrich Olaf   1-0
173 Walther Alexander   - 206 Fries Elisabeth   1-0
199 Mahrla Hans Dr.   - 190 Fries Werner   0-1
195 Weber Ludwig   - 210 Gaussmann Manfred   1-0

Runde 7

Wir befinden uns im Jahr 2002 nach Christus: Ganz Deutschland wird von einer Kältewelle erfasst. Ganz Deutschland?

Nein, ein von unbeugsamen Schachspielern bevölkertes Dorf im Allgäu hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten; denn Frühling zieht sein blaues Band wieder flatternd durch die Lüfte..., zumindest für die Begleitpersonen behielt Eduard Mörike Recht; für die Spieler blieb gestern nur ein Trauerflor übrig: erst remisierte Dieter Bischoff nach 12 Zügen, und danach verlor einer nach dem anderen seine Partie, nur Heinz Engl kämpfte tapfer und gewann, ebenso zeigte Elisabeth Fries ihrem Gegner was Frauenpower bedeutet.

Kommentar von Gerd Schulz: "Mein Gegner hat gut gespielt". In der Tat, unser Trainer war den Tränen nahe, aber seht selbst:

66 Mueller Manfred   - 27 Scherer Helmut   0-1
118 Schulz Gert   - 35 Himmel Hansjoerg   0-1
79 Maugg Ludwig   - 37 Bischoff Dieter   1/2
84 Pohlers Juergen   - 39 Keller Manfred   1/2
88 Engl Heinz   - 40 Oberhofer Max   1-0
75 Schellmann Frank   - 133 Specht Helmut   0-1
146 Martino-Gross Peter   - 89 Lindenmair Anton   1-0
99 Gerhards Walter   - 190 Fries Werner   1-0
206 Fries Elisabeth   - 187 Schwabe Manfred   1-0
204 Schenfeld Waldemar   - 210 Gaussmann Manfred   1-0

Aber unsere Spieler sind ja unbeugsame Kämpfer wie die Gallier aus Asterix, und heute mittag geht es tatkräftig weiter...

Runde 6

nach Regen scheint auch wieder die Sonne (obwohl sie für uns schon seit Tagen scheint), und deshalb haben heute unsere Spieler kräftig gepunktet: Manfred Gaussman pausierte, und nur Anton Lindenmair verlor seine Partie, alle anderen konnten durchaus zufrieden sein; besonders Gerd Schulz, der heute wieder gewann, und mit Manfred Müller zusammen - mit 4 Punkten aus 6 Runden - führt.

25 Zach Andreas   - 66 Mueller Manfred   1/2
37 Bischoff Dieter   - 108 Vonach Bernd Dr.   1-0
47 Kroencke Manfred   - 84 Pohlers Juergen   1/2
57 Kuempers Ulrich   - 118 Schulz Gert   0-1
153 Kollmann Robert   - 75 Schellmann Frank   1/2
169 Plank Peter   - 88 Engl Heinz   0-1
89 Lindenmair Anton   - 144 Johansen Paul   0-1
190 Fries Werner   - 208 Kaiser Ferdinand   1-0
195 Weber Ludwig   - 206 Fries Elisabeth   1/2

Dieser Erfolg ist aber kein Wunder, denn schliesslich haben die Blinden auch GM unter ihresgleichen, und erobern damit die Spitze des Turniers. Zumindest ein Reporter der Mindelheimer Zeitung muss diesem Glauben erlegen sein, und machte aus dem griechischen Grossmeister Skembris einen Blinden, obwohl er eigentlich nur gegen Gerd und Frank gespielt hatte. Doch lest selbst:

18. Schachturnier verläuft reibungslos - Weltklassespieler ganz vorn

314 Spieler fanden sich in diesem Jahr zum 18. internationalen "ChessOrg" Schachfestival im Kursaal der Kneippstadt ein.Darunter auch Grossmeister Georgiev Kiril aus Bulgarien, der bereits die ersten vier Runden gewann und nun mit fünf anderen Spielern an der Spitze liegt.

Kiril trifft in der fünften Runde auf den jugendlichen Naiditsch Arkadij, für den der bulgarische Profi wohl einer seiner bisher schwierigsten Gegner darstellt. Doch auch Arkadij gewann die ersten vier Runden, womit die beiden Grossmeister bisher gleich stehen.

Eine grosse Überraschung ist, so Organisator Jürgen Wempe, der grosse Erfolg des blinden Griechen Skembris-Spyridon, der mit eigener Ausrüstung im Kursaal antritt. Er liegt nun mit 3,5 Punkten knapp hinter Kiril und Arkadij. "Das bisherige Ergebnis zeigt, dass auch Blindspieler durchaus gut mithalten können" so Wempe. ( Mindelheimer Zeitung vom 12.03.02)

Runde 5

Nach einem "schwarzen Montag" für unsere Spieler, wäre heute das Interview mit Detlef Neukirch wohl weniger lobend ausgefallen, denn gestern holten wir nur 3,5 von 10 theoretischen Punkten, wobei Werner Fries seinen Sieg auch noch dem Wegbleiben des Gegners verdankte. Dieter B., Anton L., Heinz E. und Gerd S. verloren ihre Partien, Frank Schellmann remisierte, und Jürgen P. und Manfred M. gewannen gegen eher leichtere Gegner. Manfred Gaussmann konnte leider auch gestern keinen Punkt gewinnen, und Elisabeth F. konnte durch widrige Umstände (Brille vergessen) sich auch nicht auf ihr Spiel konzentrieren. Da hätten manche einen "second head" gebrauchen können, wie Marianne L. bemerkte (abgeleitet vom Second Hand Shop auf unserer Strasse vorm Kurheim). Die Spieler haben es nicht leicht, doch auch die Begleitpersonen haben es schwer, zwischen all diesen Apfelstrudeln, Windbeuteln, Champagnertorte und Russischer Schokolade die richtige Entscheidung zu treffen...

66 Mueller Manfred   - 153 Kollmann Robert   1-0
118 Schulz Gert   - 27 Scherer Helmut   0-1
28 Braun Peter   - 89 Lindenmair Anton   1-0
88 Engl Heinz   - 31 Rahls Peter FM 0-1
92 Jaenig Reinhard   - 37 Bischoff Dieter   1-0
75 Schellmann Frank   - 129 Weiland Guenter   1/2
84 Pohlers Juergen   - 145 Hamlack Heinz   1-0
206 Fries Elisabeth   - 151 Popp Michael   0-1
210 Gaussmann Manfred   - 197 Joachim Klaus   0-1
212 Mathes Christian   - F 19 0 Fries Werner   0-1

Interview mit Detlef Neukirch

Kalle: Detlef, wie ist das Turnier aus deiner Sicht nach 4 Runden für uns bisher gelaufen?

Detlef: Bisher gab es in jeder Runde ein Highlight, und wir haben uns gut in Szene gesetzt; mit zehn Spielern am Start, davon die ersten 5 von der deutschen Meisterschaft, haben wir uns in den letzten Jahren hier in Wörishofen viel Respekt verschafft, und die Sehenden Spieler sind mittlerweile gut auf uns vorbereitet. In der ersten Runde war hatten wir einen GM aus Griechenland: Spyridon Skembris der gegen Gerd Schulz remisierte; die Partie war interessant, da wir nach einem Schiedsrichterentscheid Recht bekamen. In Runde 2 spielte Toni Lindenmair gegen Martin Heika mir 2330 Elo und gewann seine Partie. In der dritten Runde spielte Frank Schellmann erneut gegen den griechischen Grossmeister, verlor aber diesmal. Und in Runde 4 war das Highlight der Kampf von Manfred Müller gegen die FGM
Nino Khurtsidze, die auch er leider verlor.

In der heutigen fünften Runde warten wieder gute Gegner auf unsere Spieler, z.b. Peter Braun gegen Toni Lindenmair und Helmut Scherer gegen Gerd Schulz, der mit seinen 3 Punkten bisher sehr beachtlich gespielt hat.

Kalle: Wie sind die Spielbedingungen?

Detlef: Die Bedingungen sind für uns sehr gut, da wir seit Jahren schon Einzeltische haben, und so die Blindenbretter genug Platz haben, während die übrigen Spieler des Opens doch sehr eng sitzen aufgrund der grossen Anzahl von Teilnehmern. 214 Spieler im Open und 128 Senioren sind dieses Jahr mit dabei, dadurch ist der Saal sehr voll..

Kalle: Sind dies nicht etwas weniger als sonst,  und wie stark ist das Turnier insgesamt besetzt?

Detlef: Ja, letztes Jahr waren es ein paar Spieler mehr, und das Turnier war stärker besetzt, doch sind auch sehr gute Spieler unter den Favoriten, wie z.B. GM Eingorn Viacheslav aus der Ukraine, Naiditsch Arkadij, der 17-jährige GM Dortmund, oder GM Kengis Edvins aus Lettland.

Kalle: Und wer hat bei den Senioren die Favoritenrolle übernommen, nachdem der sehbehinderte Zoltek aus Polen diesmal nicht dabei ist?

Detlef: Ich tippe auf Dr. Reinhard Zunker, den FM aus Hofheim, sowie FM Adolf Delander aus Neukoeln, und auch Udo Goy aus Köln ist ganz gut.

Kalle: Und wie bist du mit den blinden Spielern zufrieden?

Detlef: Es gibt überall Licht und Schatten, aber insgesamt ist bei den hochkarätigen Gegnern der Erfolg bisher beachtlich.

Kalle: Vielen Dank Detlef für das Interview !

Runde 4

In der vierten Runde verlor Manfred Müller allerdings seine Partie sehr schnell gegen die zierliche FGM Nino Khurtsidze, und auch Jürgen Pohlers musste den Punkt seinem Gegner überlassen. Beachtlich: Gerd Schulz gewann gegen seinen vierten Elo-Gegner, und Heinz Engl konnte einen Sieg für sich verzeichnen; sein Kommentar nach dem Essen zu Detlef Neukirch: "Gewinnen ist doch was Schönes!"

Nebenbei bemerkt: die Senioren sind nicht nur eifrig am spielen, sondern stellen auch ihre Streitfähigkeit lautstark zu Beweis. Hierzu mein Sprichwort des Tages: "Der ist ein echter Edelmann, der einem Schachspiel wortlos folgen kann." (Chinesisches Sprichwort)

13 Khurtsidze Nino FGM - 66 Mueller Manfred   1-0
35 Himmel Hansjoerg   - 84 Pohlers Juergen   1-0
89 Lindenmair Anton   - 46 Bjarnason Oskar   1/2
63 Boog Dr.Frithjof   - 118 Schulz Gert   0-1
37 Bischoff Dieter   - 120 Hartung Thomas Dr.   1-0
145 Hamlack Heinz   - 75 Schellmann Frank   1/2
165 Duckstein Torsten   - 88 Engl Heinz   0-1
204 Schenfeld Waldemar   - 190 Fries Werner   1-0
191 Bretscher Robert   - 206 Fries Elisabeth   0-1
199 Mahrla Hans Dr.   - 210 Gaussmann Manfred   1-0

Runde 3

Bei der dritten Runde gab es entweder Sieg oder Verlust, sprich keine Partie endete mit einem Remis. Manfred Müller schob sich mit einem Sieg an die Spitze der Blinden, nachdem Anton Lindenmair leider seine Partie verlor. Dieter Bischoff konnte sich durch Zeit aus einem Doppelschach retten, und ergatterte so seinen Punkt. Derweil genossen vier Begleitungen die riesigen Sturmsäcke, auch Windbeutel genannt, im Hartenthaler Hof ( www.hartenthaler-hof.de )!

20 Phildius Bernhard FM - 89 Lindenmair Anton   1-0
75 Schellmann Frank   - 11 Skembris Spyridon GM 0-1
190 Fries Werner   - 111 Woerl Richard   0-1
66 Mueller Manfred   - 169 Plank Peter   1-0
118 Schulz Gert   - 41 Unger Michael   1-0
156 Heuer Rainer   - 37 Bischoff Dieter   0-1
88 Engl Heinz   - 183 Rigo Marco   1-0
84 Pohlers Juergen   - 139 Lechner Otto   1-0
206 Fries Elisabeth   - 177 Wawrinsky Ludwig   0-1
210 Gaussmann Manfred   - 185 Sanna Giuseppe   0-1

Runde 2

In der zweiten Runde "brillierte" Anton Lindenmair mit seinem zweiten Turniersieg gegen Heika (2337 Elo), den er in 17 Zügen vom Brett fegte - sein Gegner tappte in eine bekannte Eröffnungsfalle. Auch Gert Schulz remisierte erneut gegen einen nach Elo-Zahl überlegenen Gegner. Ich musste nach einem Remis in Runde 1 gestern nachmittag meinen ersten Verlust einstecken. Gut im Rennen liegen Manfred Müller und Frank schellmann, die nach Auftaktremisen in Runde 1 jeweils zu einem vollen Punkt in Runde 2 kamen.

89 Lindenmair Anton   - 18 Heika Martin   1-0
19 Dittmar Peter FM - 84 Pohlers Juergen   1-0
192 Rothenhagen Siegfr.   - 66 Mueller Manfred   0-1
75 Schellmann Frank   - 185 Thum Fritz   1-0
172 Walther Alexander   - 88 Engl Heinz   1-0
150 Popp Michael   - 209 Gaussmann Manfred   1-0
33 Schaefer Michael   - 117 Schulz Gert   1/2
37 Bischoff Dieter   - 147 Steiger Wallfried   0-1
138 Lechner Otto   - 205 Fries Elisabeth   1-0
116 Geuss Paul   - 189 Fries Werner   1-0

Runde 1

Von 10 möglichen Punkten erzielten sie in der ersten Runde 4,5 Punkte; dabei war das Highlight das Remis von Gert Schulz aus Frankfurt gegen den griechischen Grossmeister Skembris Spyridon (2464 Elo) nach über 90 Zügen!

117 Schulz Gert   - 11 Skembris Spyridon GM 1/2
143 Johansen Paul   - 37 Bischoff Dieter   1/2
66 Mueller Manfred   - 172 Walther Alexander   1/2
181 Schuster Reinhold   - 75 Schellmann Frank   1/2
189 Fries Werner   - 83 Bartels Holger   0-1
84 Pohlers Juergen   - 190 Bretscher Robert   1-0
88 Engl Heinz   - 194 Weber Ludwig   1/2
195 Dittler Volkfried   - 89 Lindenmair Anton   0-1
205 Fries Elisabeth   - 99 Baeuml Ulrich   0-1
209 Gaussmann Manfred   - 103 Dany Sebastian   0-1

Ein Internet GAU war die Ursache für die Verspätung des Updates hier auf der Seite; man munkelt, ein Bagger habe in Augsburg bei Brückenbauarbeiten ein zentrales Datenkabel zerstört, so dass die ganze Gegend hier einen Tag lang kein Internet nutzen konnte.

 Ja ja, die Augsburger mal wieder. Marianne war übrigens diesmal daran nicht beteiligt, vielleicht hat aber der stürmische Toni nicht nur seine Gegner vom Brett gefegt? Doch dazu später mehr...

212 Spieler im Open und 127 Senioren spielen seit dem 07.03.02 um die heiss ersehnten Punkte. Der bulgarische Grossmeister Georgiev Kiril (2655  Elo) und Grossmeister Kengis Edvins ( 2571) sind die Turnierfavoriten. Die genaue Turniertabelle findet ihr unter
http://www.chessorg.de/html/o-tabelle.html


Zeitplan für Open und Seniorenturnier:

Bedenkzeit für 40 Züge sind 2 Stunden Bedenkzeit, danach jeder Spieler eine weitere Stunde

Preise im Open:

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Bericht von der 73. Deutsche Einzelmeisterschaft 2001 in Altenkirchen ( Westerwald):

Zum zweiten Mal fand hier in Wäller-Sibirien die dt. Einzelmeisterschaft statt. Ausrichter war die Verbandsgemeinde Altenkirchen und der Schachkreis Altenkirchen e.V.. Unter der Leitung von Heijo Höfer - Bürgermeister der 7.000 Einwohner grossen Kreisstadt - und selbst aktiver Schachspieler, wurde hier in der Stadthalle von Altenkirchen ein hochkarätig besetztes Schachturnier ausgetragen.

In Zeiten von Internetwürmen und Viren, griff in der Gemeinde ein Virus um sich, der ein hohes Fieber bei manchen Zeitgenossen hervorrufen kann - der Schachvirus. Und vor diesem Schachfieber ist keiner geschützt: kein Taxifahrer, kein Geschäftsmann, und selbst die Kids aus dem Ort werden angesteckt. Die einen fahren die Spieler zum Hotel, die anderen locken mit Schachaufgaben in ihren Schaufenstern die Kunden in ihre Geschäfte, und die Kids von der örtlichen Musikschule gestalten das Unterhaltungsprogramm bei der Eröffnung am 29.11.01. Somit war die ganze Stadt integriert, und eingeladen, an dem königlichen Spiel teilzunehmen, z.B. bei dem am Samstag, den 01.12.01 stattfindenden Simultankampf des GM Vlastimil Hort im Rathaus, wo jeder Interessierte sein schachliches Können testen konnte.

Selbst die Nachbargemeinde Wissen (Sieg) wurde dieses Jahr infiziert, und bot am Sonntag, den 02.12.01 einen Tag des Jugendschachs mit Diskussionsforum für Betreuer und Schulen mit dem Dt. Schulschachreferenten Herrn Lellinger und dem Bundesjugentrainer GM Bezold an, danach gab es zwei Handicap-Simultanveranstaltungen für 30 Jugendliche mit dem Grossmeister.

Wäller-Sibirien oder Kölsch-Sibirien nennt man die Gegend rund um die Metropolen Köln, Siegen und Koblenz scherzhaft, und man fragt die hiesigen Schachspieler manchmal zum Spass, ob hier auch wirklich so richtig Schach gespielt wird, oder ob vielleicht doch nur so eine apokryphe Vorform davon hinter den berühmten Bretterzaun gedrungen sei. Dies ist besonders naheliegend, wenn man hört, dass es hier - sportlich gesehen - Pfälzer-Wäller, NRW-Wäller und Hessen-Wäller gibt (Wäller ist übrigens eine Kurzform für Westerwälder).

Der Landkreis Altenkirchen mit seinem Umfeld ist bestimmt die einzige Region Deutschlands, die gleich zu drei Schach-Landesbezirken, nämlich Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen gehört. Dies ist für die Spieler vor Ort oft eine enorme Belastung, da die Fahrtwege zu den einzelnen Schachkämpfen unter Umständen sehr weit sind. Und im Winter kann der Westerwald sehr kalt und ungemütlich, und besonders für Autofahrten, auch gefährlich sein. Daher freuten sich die Veranstalter und örtlichen Schachspieler um so mehr, dass die Grössten des Schachsports nun schon zum zweiten mal nach 1999 in diesen ländlichen Bereich gekommen sind, und hier die 73. deutsche Einzelmeisterschaft austrugen.

Ergebnisse wurden auf der Internetseite des Schachkreises Altenkirchen unter dem Link DEM 2001 aufbereitet, sowie auf der speziellen Homepage der DEM 2001, wo auch die ersten 5 Brettern online live zu verfolgen waren. Live-Kommentare gab es auf der Internetseite www.schach.com zu lesen.

M. Prusikhin - A. Braun

Bei diesem Wetter konnte man eigentlich nur Schachspielen, obwohl am ersten Wochenende ein Weihnachtsmarkt in der Fussgängerzone die Altenkirchener vor die Tür locken wollte. 75 Händler boten ihre Waren preis, unterstützt von 35 einheimischen Chören und Vereinen. Eine Bergkrippenausstellung, einen Riesenadventskalender zum Thema " Gebrüder Grimm", Wildspezialitäten aus dem Westerwald, Schweine aus Baumstämmen gearbeitet, sowie eine riesige Feuerzangenbowle waren die speziellen Attraktionen.

Am Simultankampf gegen GM Vlastimil Hort nahmen leider nur 20 Leute aus Altenkirchen teil, wovon aber drei Partien remis ausgingen, und der Grossmeister Hort auch keine Zeit mehr hatte bei den Spielern der Einzelmeisterschaft vorbeizuschauen; dies holte er dann am Dienstag nach und mischte sich unter die zahlreichen Zuschauer.

Neben den Spielen hier mal eine lustige Begebenheit am Rande des Turniers: in Altenkirchen kamen sehr viele Leute in die Stadthalle, um den Spielern über die Schultern zu sehen. Doch waren nicht nur Schachkiebitze unter den Zuschauern, sondern auch ganz "Unerfahrene"; so fragte eines nachmittags kurz nach drei ein älterer Mann die Bedienung an der Theke wieviel Uhr es wäre, denn bei den Spielern hätten einige die falsche Uhrzeit auf ihrer Schachuhr - oder könnte es etwa die gespielte Partiezeit sein? Tatsächlich war es kurz vor halb vier, und die Partien begannen um 14:00 Uhr, daher zeigten manche Schachuhren beinahe die richtige Uhrzeit an.

R. Hübner - M. Hammes

GM Christopher Lutz ist Deutscher Meister 2001

Endtabelle:

Rang Teilnehmer Titel TWZ At Verein/Ort S R V Punkte GegWrt GegSum
1. Lutz,Christopher GM 2643   SG Porz e.V. 5 4 0 7.0 2476 0
2. Handke,Florian IM 2407   SV Wattenscheid 6 1 2 6.5 2540 0
3. Hübner,Robert,Dr. GM 2612   SC Baden-Oos 4 5 0 6.5 2485 0
4. Tischbierek,Raj GM 2493   SC Kreuzberg 5 2 2 6.0 2474 22269
5. Müller,Karsten GM 2506   Hamburger SK 5 2 2 6.0 2474 22263
6. Prusikhin,Mikhajl IM 2502   SC Forchheim 3 6 0 6.0 2469 0
7. Rabiega,Robert IM 2503   SK König Tegel 4 4 1 6.0 2467 0
8. Jussupow,Artur GM 2633   SG 1868-A.Solin 4 4 1 6.0 2441 0
9. Braun,Arik   2229   SV Backnang 4 3 2 5.5 2483 0
10. Slobodjan,Roman GM 2522   USC Magdeburg 3 5 1 5.5 2480 0
11. Bischoff,Klaus GM 2541   SK König Plauen 3 5 1 5.5 2419 0
12. Naiditsch,Arkadij GM 2540   SF Brackel 1930 4 2 3 5.0 2464 0
13. Berezovsky,Igor IM 2432   Stuttgarter SF 4 2 3 5.0 2416 0
14. Lobron,Eric GM 2524   SG 1868-A. Soli 4 2 3 5.0 2403 0
15. Hertneck,Gerald GM 2570   TV Tegernsee 4 2 3 5.0 2384 0
16. Jugelt,Tobias   2420   Delmenhorster S 3 3 3 4.5 2522 0
17. Espig,Lutz GM 2411   SK König Plauen 2 5 2 4.5 2487 0
18. Hammes,Michael FM 2374   SV Koblenz 03/2 3 3 3 4.5 2468 0
19. Wahls,Matthias GM 2580   Hamburger SK 4 1 4 4.5 2418 0
20. Schlindwein,Rolf IM 2440   SK Untergrombac 3 3 3 4.5 2416 0
21. Bastian,Herbert FM 2353   SVg Saarbrücken 4 1 4 4.5 2411 0
22. Levin, Felix GM 2531   SV Werder Breme 2 5 2 4.5 2402 0
23. Kalinitschew,Serg GM 2487   SC Kreuzberg 3 3 3 4.5 2399 0
24. Schulz,Karsten FM 2268   VBSF Cottbus 2 5 2 4.5 2397 0
25. Baramidze,David   2335   SF Brackel 4 1 4 4.5 2377 0
26. Muranyi,Karl-Jasm FM 2331   TSG Mutterstadt 3 3 3 4.5 2341 0
27. Kleeschätzky,Rain FM 2318   SC Schwedt/O.. 2 4 3 4.0 2422 0
28. Breutigam,Martin FM 2411   Bremer SG 2 4 3 4.0 2416 0
29. Gutman,Lev GM 2489   TuRa Melle 2 4 3 4.0 2415 0
30. Christ,Ralf   2272   Lübecker SV 3 2 4 4.0 2413 0
31. Grafl,Florian FM 2373   SSG Z. Hungen-L 2 4 3 4.0 2401 0
32. Hänsel,Thomas   2259   SV Empor Erfurt 2 4 3 4.0 2329 0
33. Singer,Christoph   2300   SC Pfarrkirchen 2 3 4 3.5 2385 0
34. Brühl,Andreas   2277   SK Altenkirchen 2 3 4 3.5 2382 0
35. Scherer,Max   2310   SGEM Dreisamtal 3 1 5 3.5 2365 0
36. Schramm,Christian FM 2359   SC 1959 Obernau 2 3 4 3.5 2352 0
37. von Herman,Ulf FM 2395   SK König Tegel 2 2 5 3.0 2348 0
38. Bischoff,Dieter   2313   SK Sandhausen 1 4 4 3.0 2342 0
39. Dunsbach,Ralf,Dr. FM 2312   SSG Z. Hungen-L 1 4 4 3.0 2337 0
40. Wolter,Kai,Dr. FM 2295   SK Münster 32 0 4 5 2.0 2368 21313
41. Keilhack,Harald FM 2318   SVG Feuerbach 0 4 5 2.0 2368 21312
42. Knuth,Hannes   2313   VfL BW Neuklost 1 2 6 2.0 2347 0

Resümee: Zehn Tage sind vergangen, in denen heftig um den Titel des Dt. Einzelmeisters gekämpft wude, schliesslich gewann GM Christopher Lutz zum zweiten mal nach 1995 dieses hochkarätig besetzte Turnier - Gratulation!!!

Für mich für war es schon die 6. Einzelmeisterschaft der Sehenden, an der ich teilnehmen durfte. Nach Wildbad (1993), Binz auf Rügen (1994), Saarbrücken (1996), Altenkirchen (1999), Heringsdorf auf Usedom (2000) fanden sich dieses Jahr wieder in Altenkirchen 42 Schachspieler zusammen, um in 9 Runden ihr schachliches Können zu beweisen. Leider blieben diesmal die Herren wieder unter sich, da Elisabeth Pähtz in Moskau erfolgreich bei der Weltmeisterschaft gespielt hat, und WGM Ketino Kachiani-Gersinska kurzfristig abgesagte.

GM Rustem Dautov hat wegen der WM in Moskau nicht mitspielen können, dafür kam der erst 19-jährige Florian Handke aus dem DSB-Kader ins Turnier. Er war die grösste Überraschun. Nachdem er mich in der 2. Runde besiegt hatte, fegte er nacheinander vier Grossmeister vom Brett, wurde am Ende sogar Vizemeister, und teilte sich mit GM Robert Hübner das Preisgeld des 2. und 3. Platzes. Daneben beeindruckte ein noch jüngerer die alten Hasen: Arik Braun vom SV Backnang verfehlte mit einer Turnierperformance von 2556 ELO nur knapp die GM-Norm, gewinnt aber 40 Elo-Punkte. Mit seinen 13 Jahren holte er sich ganz cool einen IM und GM-Skalp.

David und ich am Brett

Den Skalp des Blindenschachmeisters schnappte sich sein Kumpel David Baramidze, der einigen unserer Blindenschachspielern durch Bad Wörishofen bekannt ist. Dennoch war ich mit meinem 38. Platz, und dem Turnier sehr zufrieden. Ich habe zwar nur drei Punkte erreicht, doch hatten alle meine Gegner eine bessere DWZ-Zahl als ich. Zu meinem Erstaunen habe ich mit Schwarz 50% der Punkte geholt, und musste mich nur dem Vizemeister Florian Handke nach langem Spiel geschlagen geben. Mit Weiss erzielte ich lediglich einen Punkt aus fünf Partien. Mangelnde Vorbereitung und zuviele verschiedene Varianten könnten die Ursache dafür gewesen sein. Hier gibt es noch etwas zu verbessern.

Mein Dank gilt Detlef Neukirch - meinem Trainer, der versuchte mich auf den richtigen Weg zu bringen, all meinen Fans (Marianne, Toni, Herbert & Co.), die sich mit mir gefreut und auch gelitten haben, unserem Präsidenten Ludwig Beutelhoff, der sich immer informierte, den ganzen Organisatoren für ihre hervorragende Arbeit, und besonderen Dank an meinen Freund Kalle, der die Homepage täglich aktualisierte.

Zeitungsberichte von der Dt. Einzelmeisterschaft in Altenkirchen:

Andreas Brühl: Ich muss mit Niederlagen rechnen

Mit einer Niederlage startete Lokalmatador Andreas Brühl in die DM. Er unterlag dem Wattenscheider Internationalen Meister Rolf Schlindwein. Dabei ist Brühls Erwartungshorizont ohnehin sehr niedrig angelegt. „Ich muss mit Niederlagen rechnen“, sagte er, der die Toperfolge seiner Vereinskollegen Reiner Schmidt und Martin Kaster vor zwei Jahren nicht als Messlatte betrachten will. „Das Turnier scheint auch im unteren Bereich wesentlich stärker besetzt zu sein, als vor zwei Jahren“, meinte Andreas Brühl. „Da darf man auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, wenn es mal nicht so läuft.“ In der Partie gegen Andreas Brühl war Rolf Schlindwein, der mit weiß spielte, schon in der Eröffnung im Vorteil. „Er hat sehr konzentriert gespielt und im Verlauf der Partie die einzige Fortsetzung gefunden, die ihm einen guten Vorteil gebracht hat“, anerkannte Andreas Brühl die Leistung seines Gegners, der immerhin 165 Elopunkte mehr auf dem Konto hat. Gegner dieses Kalibers trifft Andreas Brühl sonst eher selten. „In der 1. Rheinland-Pfalz-Liga habe ich schon einmal einen Spieler geschlagen, der knapp 2500 Elopunkte hatte, aber der war unkonzentriert und hat nicht aufgepasst“, erinnerte sich Andreas Brühl. Seit dem sechsten Schuljahr ist der 28-jährige Physiker dem Schachsport treu.

Solche Talente sind in Deutschland rar gesät

Karsten Müller (Hamburg) liegt weiterhin an der Spitze des Tableaus der Deutschen Schach-Einzelmeisterschaft in der Altenkirchener Stadthalle, aber er wurde von Roman Slobodjan (Magdeburg) eingeholt. „Es ist schon ein Nachteil, mit Schwarz spielen zu müssen“, meinte Spitzenreiter Karsten Müller (Hamburg) vor der Partie an Brett eins gegen Dr. Robert Hübner, „aber dafür war ich mit Weiß gegen Matthias Wahls auch im Vorteil.“ Drei Mal hatten Karsten Müller und Dr. Robert Hübner vor dem gestrigen Tag gegeneinander gespielt. Eine Partie hatte Dr. Robert Hübner gewonnen, die beiden anderen endeten Remis. Das was einem Fußballer in einer solchen Situation in den Sinn kommen würde, ein 0:0 zu mauern, war für Karsten Müller kein Thema. „Das ist wenig erfolgsversprechend, wenn man sich weigert über die sechste Reihe zu ziehen. Das führt meistens in ein Desaster“, meinte Karsten Müller.

Gestern erkämpfte Karsten Müller erneut ein Remis, nach einer langen, zähen Partie, in der Dr. Robert Hübner oftmals leichte Vorteile gehabt hatte. „Er hätte gewinnen können“, war Karsten Müller nach dem Spiel erleichtert, nicht verloren zu haben. Aus dem Verfolgerfeld konnte nur Roman Slobodjan seine Partie gewinnen, er besiegte Raj Tischbierek.

Quasi als Hechte im Karpfenteich agierten während der ersten vier DM-Tage die beiden 13-Jährigen David Baramidze (Dortmund) und Arik Braun (Backnang), die im Ligaspielvetrieb in der vierte Liga agieren. „Sie schlagen sich prächtig“, befand Jugend-Bundestrainer Michael Bezold. „David hat im Vorjahr schon mitgespielt und eine 50-Prozent-Quote erreicht. Beide zählen auch international in ihrer Altersklasse zu den absoluten Topspielern. „Solche Talente sind in Deutschland rar gesät“, erläuterte Michael Bezold. Zwei Siege fuhr David Baramidze in den vier Auftaktrunde ein. Arik Braun konnte sogar nach seiner Auftaktniederlage drei Spiele in Serie gewinnen. „Wo soll das noch hinführen“, fragten sich mehrere Insider in der Altenkirchener Stadthalle, denn mit drei Punkten hat Arik Braun zu den absoluten Topspielern aufgeschlossen. Dabei gelang ihm gestern das Kunststück Titelverteidiger Robert Rabiega zu besiegen. „Eigentlich stand ich schlecht, aber in der Zeitnotphase habe ich noch gewonnen“, freute sich Arik Braun. „Wenn mir vor der DM jemand erzählt hätte, dass Arik im Verlauf des Turniers gegen den Titelverteidiger spielen würde, hätte mich das schon überrascht“, war Michael Bezold von den Auftritten seiner Nachwuchshoffnungen äußerst angetan.

Beide fehlen wegen ihrer diversen Turnier-Auftritte bisweilen in der Schule. „Aber solange dort die Noten stimmen, ist das kein Problem“, sagte Michael Bezold. Dabei kommt David Baramidze zugute, dass er mit seiner Schwester in die selbe Klasse geht. Die junge gebürtige Georgier, der vor der DM 2338 Elopunkte auf dem Konto hatte, peilt in den kommenden Monaten den Titel des Internationalen Meisters an. Eine Norm, der Sprung über die 2400-Elomarke, gilt es noch zu erfüllen. „Was danach kommt wird sich zeigen“, gab sich David Baramidze durchaus mit einem gesunden Selbstbewusstsein. Ihm bereitet es keine Probleme fast durchweg bei den großen Turnieren gegen Spieler anzutreten, die alle seine Väter sein könnten. „Ich spiele ja gegen die gegnerische Stellung, die Ideen des Gegners“, konstatierte David Baramidze, der durch seinen Vater zum Schachspielen gekommen ist. Eines hat er allerdings beobachtet: „Manche Gegner haben sich schon sehr geärgert, gegen mich verloren zu haben, aber das ist nicht oft passiert.“

Seinen zweiten DM-Erfolg verbuchte gestern Lokalmatador Andreas Brühl. Er gewann gegen den Vertreter des Deutschen Blindenschachbundes Dieter Bischoff.

Ich habe im Moment einen guten Lauf

„Ich habe im Moment einen guten Lauf“, freute sich Florian Handke nach seinem erneuten Coup bei der Deutschen Schach-Einzelmeisterschaft in der Altenkirchener Stadthalle. Erste besiegte er mit Artur Jussupow den vierten Großmeister in Serie. „Ich habe in der Eröffnung etwas ungewöhnlich gespielt, später hatte wir beide eine etwa gleichwertige Stellung“, erläuterte das 19-jährige Mitglied einer Bundeswehrsportfördergruppe. „Er hat dann nicht den besten Plan gefunden und zu optimistisch gespielt“, analysierte Florian Handke. Für ihn ist Altenkirchen die erste DM. „Ich hatte vorher eigentlich keine allzu großen Erwartungen und wollte einfach nur gut spielen“, meinte er. Wahrscheinlich kann er angesichts der Güte seiner bisherigen Gegner die erste von drei geforderten Normen für den Großmeistertitel erfüllen. Nun führt er mit fünf Zählern gemeinsam mit seinem Trainer Christopher Lutz das Tableau an. Beide werden in Runde sieben aber nicht aufeinander treffen, da sie schon in Runde eins gegeneinander gespielt haben. Lutz gewann die Partie am ersten DM-Tag. Gestern setzte sich Christopher Lutz gegen Karsten Müller durch, der nach drei Runden alleine vorne gelegen hatte.

Sollten übrigens auch nach der neunten Runde mehrere Spieler punktgleich an der Spitze liegen, entscheidet die so genannte Gegnerwertung, wer Deutscher Meister ist. Titelträger wird dann der Spieler, dessen Gegner im Verlauf des Turniers die meisten Elo-Punkte auf dem Konto hatten, sprich wer gegen die stärksten Gegner spielen musste.

Ein ordentliches Turnier hat bislang Tobias Jugelt (Delmenhorst) gespielt. Auf bislang 3,5 Punkte kommt er nach den sechs Runden. Gestern spielte er gegen Großmeister Felix Levin (Bremen) Remis, vorgestern unterlag er Dr. Robert Hübner. „Auch da habe ich nicht schlecht gespielt“, erklärt der 26-jährige Informatikstudent. Schon vor zwei Jahren war in Altenkirchen am Start. „Damals habe ich in Runde zwei gegen einen Spieler des Ausrichters verloren und danach gerade noch die Kurve gekriegt“, erinnert er sich. Tobias Jugelt sieht sich als reiner Hobby-Spieler. Obwohl er schon 2420 Elopunkte gesammelt hat, darf er sich noch nicht Meister nennen, was ihn aber nicht sonderlich zu belasten scheint. „Hier könnte ich vielleicht so eine Norm erfüllen. Ich hatte bislang recht gute Gegner“, beschreibt Tobias Jugelt. „Aber ich trainiere so gut wie nicht und spiele in jedem Jahr nur ein paar Turniere. Aber ich freue mich, wenn ich mal gegen einen Großmeister gewinne. Das ist eine Herausforderung“, beschreibt er, wo seine besondere Motivation liegt.

Sein erstes Remis im Verlauf der DM verbuchte gestern Lokalmatador Andreas Brühl gegen Karl-Jasmin Muranyi (Mutterstadt).

Bundesjugendtrainer Michael Bezold kümmert sich um die beiden Youngster

„Ja, im Schach gibt es verschiedene Trainingsperioden. Auch bei uns wird vor Saisonhöhepunkten speziell trainiert“, erläutert Michael Bezold. Der 28-jährige Großmeister ist seit zwei Jahren Jugendbundestrainer. Er betreut in Altenkirchen die beiden Youngster Arik Braun und David Baramidze. „Für die beiden sind die deutschen Meisterschaften und der Jugendweltmeisterschaft die Saisonhöhepunkte“, erläutert Michael Bezold. „Vor diesen Ereignissen wird von den drei Spielphasen Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel schwerpunktmäßig die Eröffnung trainert“, beschreibt er. „Dabei geht man mehr auf das Praktische ein“. Allerdings werden auch die anderen Spielphasen nicht vernachlässigt. „Wenn ich nur das Endspiel trainiere, nützt das eigentlich wenig, denn bei einem schlechten Mittelspiel komme ich ja gar nicht soweit“, meint Michael Bezold. „Man muss da die gesunde Mischung finden.“ Nach den verschiedenen Topereignissen steht die Analyse der dortigen Partien im Vordergrund. Es gilt die gemachten Fehler aufzuarbeiten. Etwa einen Monat dauert eine derartige Trainingsperiode zum Beispiel nach der Deutschen Meisterschaft.

Das Training von Eröffnung zielt auf eine Verbesserung des eigenen Repertoires. „Wer zum Beispiel mit d4 eröffnet, schaut sich Partien von Großmeistern an, die mit dem selben Zug eröffnen, um zu realisieren, wie die Partien dieser Spieler weitergehen. So wird das eigene Repertoire erweitert“, erklärt Michael Bezold. Dabei sind inzwischen der Computer und das Internet wertvolle Trainingshilfen geworden, während früher eher anhand von Fachliteratur gearbeitet wurde. „Da gibt es aber auch Konflikte“, weiß Michael Bezold. „Das ist schon etwas anderes, ob ich immer am Computer spiele, oder die Figuren wirklich auf dem Brett bewege. Am Brett kann der Trainer helfend eingreifen, am PC geht das nicht.“ Auch hier kommt es auf die richtige Mischung an. Und wie steht´s bei Arik Braun und David Baramidze mit Ausgleichssport? „Das ist ganz wichtig“, sagt Michael Bezold. „Auch während der DM spielen wir Badminton oder Tischtennis.“ Zuhause spielt Arik Braun Fußball, sogar im Verein. David Baramidze kickt eher Hobby mäßig und geht zudem gerne schwimmen.

Handke verpasste Vorentscheidung

Spannung pur gibt es vor den beiden abschließenden Runden bei der Deutschen Schach-Einzelmeisterschaft in der Altenkirchener Stadthalle. Christopher Lutz (Porz) und Florian Handke (Wattenscheid) verpassten es wegen ihrer Remis in Runde sieben sich vorentscheidend von der Konkurrenz abzusetzen. Sie führen nach wie vor gemeinsam das Tableau an. Beide haben bislang 5,5 Punkte gesammelt. Dem Duo dicht auf den Fersen sind Dr. Robert Hübner (Baden-Oos), Roman Slododjan (Magdeburg), Karsten Müller (Hamburg) und Arkadij Naiditsch (Brackel).

Christopher Lutz und Dr. Robert Hübner remisierten am Spitzenbrett. Experten sahen schon nach relativ kurzer Spieldauer, dass diese Partie wohl keiner Sieger hervorbringen würde. Ganz anders verlief dagegen das Spiel an Brett zwei. Überraschungsmann Florian Handke hatte im Endspiel gegen Roman Slobodjan klare Vorteile, beging dann aber den verhängnisvollen Fehler, dass er Slobodjan den Aufbau einer Festung erlaubte. „Ich stand klar auf Verlust. Aber dann hatte ich das Glück, die Festung errichten zu können“, erklärte Roman Slobodjan nach dem überaus glücklichen Remis.

Aus dem Verfolgerfeld der Spieler, die nach sechs Runden vier Zähler eingespielt hatten, konnten Karsten Müller (Hamburg) und Arkadij Naiditsch den Kontakt zur Spitzengruppe halten. Karsten Müller hielt sich gegen den Koblenzer Fide-Meister Michael Hammes schadlos, während Arkadij Naiditsch (Brackel) Raj Tischbierek (Kreuzberg)schlagen konnte. „Ich hatte schon eine ganz schlechte Eröffnung“, ärgerte sich Raj Tischbierek. Seit etwa einem halben Jahr darf sich Akadij Naiditsch Großmeister nennen, er ist der jüngste Träger dieses Titels in Deutschland. „Mal sehen was noch läuft“, gab er sich bezüglich seiner weiteren Aussichten im Turnier zurückhaltend. Im Vorjahr hatte er die DM immerhin auf dem dritten Rang beendet.

Nur einen Punkt hinter dem Führungsduo liegt Youngster Arik Braun (Backnang). Damit hat er schon vor den beiden Schlussrunden eine Quote von mindestens 50 Prozent sicher. Gestern besiegte nach mehr als sechsstündigem Spiel Großmeister Felix Levin (Bremen).

Lokalmatador Andreas Brühl unterlag gestern Großmeister Gerald Hertneck (Tegernsee).

Axel kennt alle Sizilianer

Axel Fritz ist der Mann, der täglich die Schach-DM live im Internet präsentiert. Nicht nur, dass er die fünf Top-Partien ins World-Wide-Web überträgt, er kommentiert auch die Spielphasen der Großmeister, Internationalen Meister, Fide-Meister und der Spieler, die erst noch einen dieser Titel erlangen wollen. „Das ist ein Vollzeitjob bei schach.com“, erläutert der 37-Jährige aus dem westfälischen Löhne. Seine Arbeit stößt durchaus auf Resonanz. Gut 40000 Besucher werden im Verlauf der DM die Seite www.schach.com/altenkirchen besucht haben. Mit zunehmendem Fortgang des Turniers hat sich die Zahl der Zugriffe kontinuierlich erhöht. Seit mehr als 25 Jahren spielt Axel Fritz selbst Schach, da ist es kein Wunder, dass er die komplette Fachterminologie drauf hat. Was dem Fußballreporter die Abseitsfalle, die Viererkette oder der Doppelpass sind, das sind für Axel Fritz der Sizilianer, das Damengambit oder schwarzfeldrige Ruinen. In der 5. Liga ist Axel Fritz selbst aktiv, auf knapp 1900 Elopunkte hat er es bislang gebracht. „Es ist aber für mich sehr schwer, in engen Partien zwischen Großmeistern, Vorteile für den einen oder anderen Spieler zu erkennen“, gesteht Axel Fritz.

Die Texte wurden mir freundlicherweise vom freien Mitarbeiter der Rhein-Zeitung Jürgen Vohl zur Verfügung gestellt.

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Worldcup for Teams & Internationales DBSB-Jubiläumsturnier für Blinde und Sehbehinderte Schachspieler und Schachspielerinnen vom 4. bis 12. August in Gelsenkirchen

Unsere Mannschaft: J. Pohlers, T. Lindenmair, D. Bischoff, H. Engl, P. Kuhlmann, und D. Neukirch, unser Trainer

Anbei ein Bericht vom Turnier, den ich mir aus der Infomail Nr. 140 von Toni Lindenmair entnommen habe:

Bei seiner vierten Auflage endete der Weltcup im Blindenschach mit einer faustdicken Überraschung. Nicht der Abonnementsieger Russland, sondern Polen machte diesmal das Rennen. An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an das siegreiche polnische Team. Soweit man das als Beobachter beurteilen kann, war der erste Platz der Polen auch nie ernsthaft gefährdet. Als es in der letzten Runde zum Aufeinandertreffen zwischen Polen und Russland kam, hatten die Polen bereits zwei Punkte Vorsprung und behaupteten diesen durch das 2:2. Der 3. Platz der Ukraine war zwar ungefährdet, doch anders als in den vergangenen Jahren konnten die Ukrainer zu keiner Zeit ernsthaft um den Titel mitspielen.

Die Siegermannschaft aus Polen

Für unsere Mannschaft reichte es diesmal nur für das "kleine Finale". Bereits die erste Runde machte klar, dass essehr schwer werden würde, den 3. Platz in der Vorrundengruppe A zu belegen, der für die Endrunde berechtigt hätte. Der Kampf gegen Rumänien ging mit 1,5:2,5 verloren. In Runde 2 gab es dann zwar gegen Kroatien einen 2,5:1,5 Sieg, da aber nach Brettpunkten gewertet wurde hätte uns auch hier das eine oder andere halbe Pünktchen mehr gut getan. Runde 3 brachte eine glatte 0,5:3,5 Niederlage gegen Russland, wobei der Sieg der Russen dem Spielverlauf nach aber doch etwas zuhoch ausfiel. Hätten wir unsere Chancen auf das Erreichen der Endrunde noch erhalten wollen, so wäre in Runde 4 ein Sieg gegen unseren Angstgegner Spanien unbedingt notwendig gewesen. Aber wieder einmal war gegen die Spanier nichts zu machen. Wenn mit 1,5:2,5 das Ergebnis auch nicht so krass ausfiel, wie bei den letzten beiden Begegnungen (0:4 und 0,5:3,5), so ist dies nur ein schwacher Trost. Danach war der Zug für die Endrunde endgültig ohne uns abgefahren und in Runde 5 ging es gegen Indien. Es galt durch einen klaren Sieg wenigstens die Voraussetzungen für ein gutes Abschneiden in der Endrunde zu schaffen. Dies gelang mit dem 2,5:1,5 nicht ganz. Immerhin zeigten wir uns als gute Gastgeber und verhalfen dem indischen Team zum ersten vollen Punkt.

Wie bereits vor drei Jahren beim Weltcup in Logrono (Spanien) hatte das Turnier zwei verschiedene Hälften für uns. Während damals die erste Hälfte gut und die zweite Hälfte eher bescheiden für uns verlief, war es diesmal umgekehrt. Zu Beginn der Wettkämpfe um Platz 7 - 12 besiegten wir Ungarn klar mit 3,5:0,5 und bereiteten unserem Trainer Detlef Neukirch damit noch ein kleines Geburtstagsgeschenk. Aber leider hatte Detlef während des Turniers nur einmal Geburtstag! Durch zwei knappe Siege (jeweils mit 2,5:1,5) gegen Litauen und Slowenien in den Runden 7 und 8 sicherten wir uns dann doch relativ ungefährdet Platz 7 und sorgten damit noch für einen versöhnlichen Abschluss. Aber auch diesmal ging Deutschland nicht ganz leer aus, als Medaillen und Preise vergeben wurden. Wie vor drei Jahren reichte es auch diesmal für eine Einzelmedaille. War es in Logrono Eckhard Kröger, der an Brett 3 die Bronzemedaille erringen konnte, so durfte sich diesmal Jürgen Pohlers an Brett 4 sogar über Silber freuen. Dies spiegelt auch etwas die Tatsache wider, dass wir uns normalerweise an den vorderen Brettern recht schwer tun und unsere Punkte eher an den hinteren Brettern holen. Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle bleiben, dass Exweltmeister Sergej Krylov (Russland) mit 7 Punkten aus 7 Partien zum erfolgreichsten Spieler des Turniers wurde.

Turnierleiter waren Frantisek Blatny, Brünn und Herbert Lang, Leimen.

Ludwig und Christine Beutelhoff bei der Eröffnung des Banketts

Hier der Endstand: 

1. Polen............................ 15,5  8: 2
2. Russland........................13,5  9: 1
3. Ukraine.......................... 10,0  4: 6
4. Spanien..........................  7,5  4: 6
5. Rumänien........................ 7,0  3: 7
6. Jugoslawien..................... 6,5  2: 8
__________________________________
7. Deutschland.....................13,5 10: 0
8. Kroatien...........................12,5  7: 3
9. Slowenien.........................10,5  5: 5
10. Ungarn..............................9,5  5: 5
11. Litauen..............................9,0  3: 7
12. Indien................................5,0  0:10

Über das gleichzeitig ausgetragene Jubiläums-Open wurde ja bereits berichtet. Von dieser Stelle aus einen herzlichen Glückwunsch an den Sieger Frank Gärtner. Mit 5,5 Punktengewann er das Turnier auf Grund der besseren Wertung vor den punktgleichen Spielern Evgenij Spinu (Moldawien), Eckhard Kröger und Gert Schulz. Frank und Eckhard blieben dabei ungeschlagen. Am Jubiläumsturnier nahmen 39 Spieler aus 11 Nationen teil.

Kerim Altinok und Turan aus der Türkei, und unser Spitzenspieler Matthias Steinhart aus Stuttgart

Am Abschlussabend wurde dann noch der 50. Geburtstag des DBSB (Deutscher Blinden- und sehbehindertenschachbund) gefeiert. Es gab ein großes Büffet, sowie viele Grußworte und Reden der anwesenden Ehrengäste. Bevor sich dann am nächsten Tag fast 100 Schachspieler aus 19 Nationen wieder in alle Winde zerstreuten, konnte man sich nach dem offiziellen Teil der Feier noch in der Bar entspannen und zusammen mit Freunden den Geburtstag des DBSB begießen.

Die ältesten Gründungsmitglieder: Cohen aus England und Gabi Mertens

Abschließend einen herzlichen Dank an Toni Lindenmair für seine Arbeit, um uns immer mit der Infomail auf dem laufenden zu halten. Die gesamten Infomails könnt ihr übrigens auf seiner Homepage im Archiv nachlesen, bzw. beziehen, falls ihr noch nicht zu den Abonnementen gehört.                         

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Deutsche Einzelmeisterschaft in Knüllwald-Rengshausen

Hierzu ein kleiner Bericht:

Vom 24. Mai bis 3. Juni ermittelten 12 Spieler in einem Rundenturnier den deutschen Meister im Blindenschach. Austragungsort  war das Hotel "Sonneck" in der hessischen Gemeinde Knüllwald - Rengshausen. Die Teilnehmer hatten sich für das Turnier entweder durch ihre gute Platzierung bei der letzten Meisterschaft oder durch das Kandidatenturnier im vergangenen Jahr qualifiziert .Nach 11 Runden stand fest, dass der Titelverteidiger Dieter Bischoff aus Heidelberg auch der neue Meister des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenschachbunds ist. Die Vorentscheidung fiel - was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen konnte - bereits in der ersten Runde. Bischoff gewann seine Partie gegen Jürgen Pohlers aus Leipzig, der am Ende den 2. Platz erringen konnte. Bischoff ließ es in der Folge etwas ruhiger angehen und so kam es, dass er erst in Runde 7 die alleinige Tabellenführung übernehmen konnte. In Runde 10 gewann er gegen Manfred Müller (Berlin), der ihm bei der vergangenen Meisterschaft erst in einem Stichkampf unterlegen war; damit stand Bischoff bereits vor der letzten Runde als Sieger fest, und die Partie gegen den Meister des Jahres 1997 Olaf Dobierzin (Leipzig) hatte für ihn keine Bedeutung mehr.

Wie bereits erwähnt, sicherte sich Jürgen Pohlers (Meister 1991) etwas überraschend Platz 2. Er erholte sich schnell von seiner Auftaktniederlage und war während des gesamten Turniers im Vorderfeld zu finden. Der Kampf um die Ränge 3 - 8 war sehr spannend und am Ende auch denkbar knapp. Einen halben Punkt hinter dem Vizemeister sicherte sich Anton Lindenmair aus Augsburg mit 6,5 Punkten Platz 3. Mit der gleichen Punktzahl und der etwas schlechteren Wertung sorgte Peter Kuhlmann aus München mit Rang 4 für die wohl größte Überraschung des Turniers. Er war erst durch die Absage von Andre Schlierf (Gera) ins Turnier nachgerückt und sorgte insbesondere durch drei volle Punkte in den ersten drei Runden für Furore.

Mit je 6 Punkten belegten Manfred Müller (Berlin), Heinz engl (München), Manfred Heinich (München) und Olaf Dobierzin (Leipzig) die Plätze 5 - 8. Während Müller und Engl damit die Qualifikation für die nächste deutsche Meisterschaft geschafft haben, müssen sich Heinich und Dobierzin erneut über das Kandidatenturnier qualifizieren. Die vier Erstplatzierten werden zusammen mit Heinz Engl das Team bilden, das im August den DBSB beim Weltcup in Gelsenkirchen vertreten wird.

Dieter Bischoff und Elisabeth Fries: die Gewinner der Meisterschaft

Endtabelle:

1. Bischoff, Dieter   8,0  42,25 Heidelberg 

2. Pohlers, Jürgen  7,0  35,25 Leipzig      

3. Lindenmair, Anton  6,5  34,25 Augsburg  

 4. Kuhlmann, Peter  6,5  29,75 München       

5. Müller Manfred,   6,0  30,50 Berlin   

6. Engl, Heinz   6,0  30,25 München  

7. Heinich, Manfred  6,0  29,75 München    

8. Dobierzin, Olaf  6,0  28,25 Leipzig      

9. Kröger, Eckhard  5,0  22,00 Hannover      

10. Schulz, Gert  4,0  20,25 Heidelberg    

11. Ilic, Andreas  3,0  20,00 München       

12. Kranz, Werner  2,0   8,00 Hannover  

von rechts nach links: Peter K., Ludwig B.,Anton L.,Dieter B., Jürgen P.

Ab dem 28. Mai spielten neun Damen an gleicher Stelle um den Titel der deutschen Damenmeisterin im Blindenschach. Wie bei den Herren wollte es das Los, dass die beiden Favoritinnen Hannelore Kübel aus Köln und Elisabeth Fries aus Frankfurt bereits in der ersten Runde gegeneinander antreten mussten. Doch die Partie endete Remis und so war die Entscheidung erst einmal vertagt. Als Hannelore Kübel dann gegen Irene Kondraschow nicht über ein Remis hinaus kam, neigte sich die Waage zu Gunsten der Frankfurterin. Am Ende reichte Elisabeth in der letzten Runde gegen Birgit Dietsche ein Remis, um bei der 17. Meisterschaft dank der besseren Wertung ihren ersten Titel zu erringen. Die 13fache Rekordmeisterin Hannelore Kübel musste sich diesmal mit Platz 2 vor Irene Kondraschow begnügen. Hinter diesen drei Spielerinnen, die das Turnier doch mehr oder weniger dominierten kamen Birgit Dietsche (Stuttgart) und Brigitte Pelz (Augsburg) auf die Plätze 4 und 5.

Gruppenphoto aller Teilnehmerinnen

 

von rechts nach links: Stellvertreter der Stadt, Herbert L., Ludwig B., Irene K., Hannelore K., Elisabeth F.

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© Dieter Bischoff Stand: 05. Februar 2006